ONE TAXI: Warum ich ein Branchen-Whitepaper veröffentliche – und warum ich glaube, dass das Taxi damit eine letzte echte Chance hat

Die deutsche Taxibranche steht an einem Punkt, an dem „ein bisschen besser werden“ nicht mehr reicht.

Das ist kein romantischer Satz, sondern eine nüchterne Beobachtung.

Plattformen wie Uber & Co. funktionieren, weil sie eine Entität sind: eine Marke, ein System, ein Kundenerlebnis, ein Datenstandard, ein Payment-Flow, ein Support-Modell, ein Produktteam, ein Roadmap-Takt.

Taxi in Deutschland ist das Gegenteil: zersplittert. Tausende Akteure, viele Systeme, viele Standards, viele Prozesse, viele Interessen. Und dadurch entsteht – aus Kundensicht – kein einheitliches Produkt.

Und genau da liegt das Problem: In einem Plattformmarkt gewinnt nicht zwingend der „Gute“. Es gewinnt der, der einfach ist.

Ich glaube, dass wir als Branche inzwischen so weit hinten sind, dass wir technologisch und organisatorisch nur noch mit einem großen, konsequenten Schritt auf Augenhöhe kommen können.

Ich nenne diesen Schritt: One Taxi.

One Taxi (Logo)

Was ist „One Taxi“?

One Taxi ist eine Idee für eine bundesweite, einheitliche Taxi-Infrastruktur:

  • eine App
  • ein Backend
  • ein Datenstandard
  • eine zentrale Vermittlungs- und Abwicklungslogik
  • und ein Governance-Modell, das sicherstellt, dass die Plattform neutral bleibt und nicht irgendwann „verkauft“, gekapert oder politisch zerlegt wird.

Wichtig: One Taxi ist nicht als „neue Zentrale“ gedacht, die anderen etwas wegnimmt.

Das Gegenteil ist der Plan: Zentralen, Genossenschaften und Betriebe sollen teilhaben können – mit einem klaren Anreizsystem, das Kooperation belohnt, ohne lokale Identität plattzumachen.

Leitsatz: Wer mitmacht, profitiert. Immer.

Warum ich das jetzt öffentlich mache

Weil ich überzeugt bin: Das ist IMHO die letzte realistische Chance, um als deutsche Taxibranche wieder auf Augenhöhe mit Plattformanbietern zu kommen.

Nicht in der Theorie, sondern im Markt.

Und ich will, dass dieses Projekt umgesetzt wird.

Gleichzeitig bin ich realistisch: Ich habe nicht die politische Rolle und nicht die Ressourcen, so ein Vorhaben alleine durchzudrücken. Das wäre Selbstüberschätzung.

Aber ich kann ein paar Dinge tun, die realistisch in meiner Macht stehen:

  1. Das Konzept ausarbeiten (inkl. Finanzierung, Governance, Rollenmodell, Implementierungsphasen).
  2. Es veröffentlichen, statt es in einer Schublade sterben zu lassen.
  3. Es so formulieren, dass Entscheider es lesen können, ohne dass sie erst drei PowerPoints dekodieren müssen.
  4. Für Rückfragen, Feedback und Mitarbeit bereitstehen, falls jemand ernsthaft daran arbeiten will.

Warum ich dabei sogar IP und potenzielles Geld aufgebe

Weil mir der Outcome wichtiger ist als das Etikett.

Wenn das Projekt nur dann eine Chance hat, wenn es von anderen Organisationen getragen wird, dann soll es so sein. Dann soll jemand anderes es nehmen, verbessern, implementieren und politisch durchsetzen.

Ich halte das nicht für „Selbstlosigkeit“. Ich halte das für pragmatisch.

Wenn es am Ende umgesetzt wird und das Taxi dadurch Marktanteile und Fahrer zurückgewinnt, dann ist das der Punkt.

Natürlich wäre es ideal, wenn ich bei einer Umsetzung involviert bin – fachlich, technisch, operativ. Nicht wegen Eitelkeit, sondern weil so ein Ding in der Realität nur funktioniert, wenn es wirklich sauber gebaut und betrieben wird.

Aber wenn die Alternative lautet „mein Name drauf, aber es passiert nie“ versus „mein Name egal, aber es passiert“, dann nehme ich Option B.

Worum es im Whitepaper konkret geht

Das Whitepaper beschreibt – in klarer, struktureller Form – unter anderem:

  • die Ausgangslage (Fragmentierung vs. Plattformlogik)
  • den Leitgedanken „One Taxi“
  • den Scope: Aufbau, Betrieb und Unterhalt einer zentralen Infrastruktur für die Verwaltung und Verteilung von Taxi-Fahrtaufträgen bundesweit
  • eine Konsolidierungsstrategie (technologische Harmonisierung, Migration, ggf. Akquisitionen)
  • ein Beteiligungsmodell für Zentralen
  • ein Finanzierungsmodell (inkl. nationaler Werbeflächenlogik, Sponsoring, Förderbausteine)
  • Governance: Operating-GmbH + neutrale Trägerstruktur mit Mission-Lock (kein Verkauf der Plattform)
  • Rollen & Organisation (inkl. Support- und Betriebsmodell)
  • Implementierungsphasen und messbare Ziele

Es ist bewusst so geschrieben, dass es diskutierbar ist. Nicht als „fertige Wahrheit“, sondern als arbeitsfähiger Vorschlag.

Was ich mir wünsche

Ich wünsche mir keine Likes.

Ich wünsche mir auch keinen Shitstorm, aber den kann man nicht planen.

Was ich mir wünsche, ist etwas viel Einfacheres:

Dass Menschen mit Hebel – Verbände, Zentralen, Genossenschaften, Politik, große Betreiber – dieses Papier lesen und sich ehrlich fragen:

„Wenn wir’s nicht so machen – wie dann?“

Und wenn jemand eine bessere Antwort hat: umso besser. Dann hat der Text seinen Zweck erfüllt.

Feedback, Kritik und vor allem Weiterdenken ausdrücklich erwünscht.

Dieses Konzept stellt einen (hoffentlich) diskussionswürdigen Starting Point dar, der selbstverständlich weiterentwickelt werden muss, um den Anspruch an eine realistisch umsetzbare Lösung auch wirklich zu erfüllen.

Veröffentlichung und Kontakt

Ich veröffentliche das Whitepaper in Stufen und sende es zunächst gezielt an einzelne Personen, damit sie nicht aus dem Nichts davon überrascht werden.

Am 06.02.2026 wird/wurde es dann breiter verteilt.


Download des Whitepapers (PDF)

Business Konzept ONE TAXI v1.0


Wenn du Feedback geben willst (inhaltlich, technisch, kritisch): Ich bin erreichbar.

Wenn du ernsthaft über Umsetzung sprechen willst: erst recht.

One Taxi (Logo)

Sebastian Fiddicke
Sebaf IT

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